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Europäisches Pfingsttreffen im Europahaus Neumarkt

Krise der Flüchtlingspolitik & Europäische Lösungen

Anne, Andreas, Julia am PfingsttreffenDie „Flüchtlingskrise spaltet Europa”, so DDr. Wolfgang Bogensberger – Mitarbeiter im Juristischen Dienst der EU-Kommission in Wien, der das Europäische Pfingstreffen der Jungen Europäischen Föderalisten und Europäisch Föderalistischen Bewegung von 13. bis 15. Mai 2016 im Europahaus Neumarkt inhaltlich eröffnete. Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Slowenien, Kroatien, Rumänien und Österreich nahmen an der Seminarveranstaltung mit qualitativen Vorträgen, Kleingruppendiskussionen und Workshops mit den Schwerpunkten Migration, Europa und Integration teil. DDr. Bogensberger betonte in seiner Bestandsaufnahme die Notwendigkeit einer gemeinsamen europäischen Politik, da interne Faktoren wie die „Alterung der Gesellschaft“ und externe Faktoren wie die „Erderwärmung“ als Verursacher zukünftiger Flüchtlingsströme einen bedachteren Umgang mit dem damit einhergehenden Humankapital erfordern. Veronika Haring, Vorsitzende des Kulturvereins deutschsprachiger Frauen in Marburg fordert in ihrem Referat „Migrations- und Flüchtlingspolitik aus der Sicht von Slowenien” eine Veränderung der Wertehaltung in Europa weg von „Angst und Anpassung” hin zu einer „Kultur der Begegnung”. Mag. Jörg Knauer, ehrenamtlicher Flüchtlingsbetreuer in Judenburg zeigte in seinem interaktiven Referat „Betreuer und Flüchtlinge berichten – Erfahrungen und Eindrücke aus der Praxis”, dass die Arbeit mit Flüchtlingen naturgemäß positive als auch negative Erfahrungen mit sich bringt, die Asylwerber jedoch durch restriktive Asyl- und Arbeitsgesetzgebungen daran gehindert werden, einen positiven Beitrag zu unserer Gesellschaft zu leisten. Ing. Dr. Christian Chioncel, Stv. Vorsitzender des Demokratischen Forums der Banater Berglanddeutschen in Reschitza, machte im Rahmen seines Vortrages „Migrations- und Flüchtlingspolitik aus der Sicht von Rumänien” auf die großen sozialen Unterschiede zwischen den Mitgliedsstaaten Europas aufmerksam und kritisierte die fehlende Solidarität der Mitgliedsstaaten bei der Aufnahme von Flüchtlingen sowie die Weigerung vieler Flüchtlingen in „ärmeren“ Mitgliedsstaaten zu bleiben.

Offene Grenzen als Symbol
Die offenen Grenzen sind ein Symbol für das „unbeschränkte Kultur-Erleben” und für das vereinte Europa, so Mag. Dr. Johannes Maier - Leiter EU-Koordination der Kärntner Landesregierung in seinem Vortrag „Grenzen dicht! – Auswirkungen auf den Alpen-Adria-Raum”. Diese Symbolkraft bestätigt auch OSR Prof. Erich Wörister, EFB Tirol, der in seinem Referat “Brenner dicht! – Auswirkung auf die Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino“ auf die geschichtliche, wirtschaftliche und touristische Bedeutung des Brenner-Passes aufmerksam macht. Er bezeichnet den Brenner-Pass als ein „Herzstück Europas”, bei dem die „ungleichen Maßstäbe der EU” im Hinblick auf Grenzsicherung und bestehende Defizite in der Sicherheitspolitik sichtbar werden, denn „Österreich darf nicht, was Deutschland 100 km nördlich erlaubt ist“. Die Problematik am „Brenner” verdeutlicht, dass die Freizügigkeit innerhalb der EU nur durch den wirksamen Schutz der Außengrenze gesichert ist.

Pause beim PfinsttreffenEuropäische Perspektiven
Wer „A sagt, muss auch B sagen”, so Mag. Philipp Agathonos, Vizepräsident der Union of European Federalists (UEF) und Diplomat im Außenministerium. Zu oft ist in der EU bereits vorgekommen, dass Gesetztesinitiativen und Vertragsbeschlüsse verabschiedet wurden, ohne danach auf deren Umsetzung und Einhaltung zu pochen, beklagte er in seinem Vortrag „Europäische Perspektiven und Lösungen”. Die wesentlichen Herausforderungen bestehen für DDr. Bogensberger im Schutz der Außengrenzen und darin, wie Solidarität von den europäischen Partnern gerade im Hinblick auf die „Verteilungsfrage” eingefordert werden könne. Im Hinblick auf die Sicherung der europäischen Außengrenze sieht er die Lösung in einer gemeinsamen „Europäischen Agentur für Grenz- und Küstenschutz”, die bereits in den kommenden Jahren Realität werden könnte. In Bezug auf Grenzschutz betont Mag. Philipp Agathonos auch außerhalb von Europa zu wirken und die afrikanischen Partner und die Türkei in die zukünftige Migrationspolitik miteinzuschließen. Darüber hinaus sind der „Aufbau von Hotspots” und die „Neuorientierung der Entwicklungszusammenarbeit” unausweichlich.

Mit der Durchführung des Europäischen Pfingsttreffens 2016 konnten wir, die Jungen Europäischen Föderalisten Steiermark, Bewusstsein für die „Europäische Dimension“ der Debatte schaffen und in Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern treten. Wir möchten uns bei unseren zahlreichen Kooperationspartnern und im Besonderen der Muslimischen Jugend Steiermark und AIESEC Graz ganz herzlich für die Mitarbeit bedanken. Als Ergebnis der Veranstaltung stellen wir fest, dass die aktuellen Herausforderungen nur in einem gemeinsamen Europa bewältigt werden können und fordern von den nationalen Regierungen Europas, die Schaffung und Umsetzung einer gemeinsamen europäischen Migrations- und Asylpolitik.

Dieses Projekt wird vom Land Steiermark und der Alpen-Adria-Allianz gefördert!
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