Jungen Europäischen Föderalisten |  Wir sind eine überparteiliche Jugendbewegung und setzen uns seit 1955 für ein vereintes Europa ein.

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Geistbeitrag für die Zeitschrift "Europastimme"

Frieden ist nicht genug! Europa braucht ein neues Narrativ!

Wie ein Phönix aus der Asche ist die Idee eines einigen und nachnationalen Europas aus den Trümmern der beiden Weltkriege und als Antwort auf die gesellschaftlichen Umbrüche des „langen“ 19. Jahrhunderts geboren worden. Das Friedensprojekt Europa stiftete Hoffnung für heranwachsende Generationen diesseits und jenseits des Eisernen Vorhangs und die immer engere Union garantierte Sicherheit und Wohlstand.

Doch diese Zeiten sind vorbei, denn die Jugend Europas sieht sich mit Herausforderungen konfrontiert, auf welche die Politik keine Antworten mehr findet. Die nicht überwundene Wirtschafts- und Währungskrise, der steigende Migrationsdruck, die fortschreitende Erderwärmung, der Mangel an Humanität und die zunehmende Polarisierung der Gesellschaft sind nur Symptome von Entwicklungen, welche eng miteinander zusammenhängen. Globalisierung, die Veränderung der Wertigkeiten, Digitalisierung, Umweltzerstörung und die folgenschwere Akkumulation des weltweiten Vermögens in wenigen Händen als wesentliche Herausforderungen des 21. Jahrhunderts ergeben einen explosiven Mix, der das Potential hat, die herrschenden Verhältnisse auf den Kopf zu stellen. Die rekordverdächtige Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa, steigender Leistungsdruck in Schule, Studium und Beruf, die Spaltung einer ganzen Generation in Gewinner und Verlierer der Globalisierung und die allgegenwärtige Perspektivenlosigkeit haben die Jugend in Europa alarmiert und hellhörig werden lassen. Ein immer größerer Teil wendet sich ab von verkrusteten Strukturen und dem Denken der Nachkriegsgenerationen, und fordert lautstark Dialog, Empathie, Umdenken, Mitsprache und Veränderung. Werden diese Rufe ignoriert und wesentliche Anliegen als undiskutabel abgetan führt das zu Frustration und zur Stärkung der politischen Ränder. Die Kritik der Jugend richtet sich gegen Kapitalismus und Wegwerfgesellschaft, Umweltzerstörung und Energieverschwendung, Ungleichheit und Diskriminierung, Gewalt und Bevormundung und gegen die Zwänge und Beschränkungen die ihr von der Gesellschaft auferlegt werden.

Die Visionen der Gründerväter der Europäischen Einigung sind noch nicht verloren, aber müssen modifiziert und neu gedacht werden, um wieder Fürsprecher der Wünsche und Hoffnungen der Europäischen Jugend zu sein. Unabhängig von Herkunft, Religion, Geschlecht, sexueller Orientierung und Gesellschaftsschicht müssen sich alle jungen Menschen mit der neuen Europäischen Vision, zur Bewahrung von Frieden, Sicherheit und Wohlstand identifizieren können.
Die Jugend Europas rebelliert und gestaltetet das Zusammenleben neu, die Zeit ist reif ihr zuzuhören. Europa braucht ein neues Narrativ, eine gewaltige Kurskorrektur und mutige Vordenkerinnen und Vordenker!

© Markus Seunig
(Dieser Artikel unseres Landesobfrau-Stellvertreters wird in der nächsten Ausgabe der "Europastimme", der Zeitung der Europäischen Föderalistischen Bewegung Österreich, erscheinen.)

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