Wie kann man angesichts von Krieg, Menschenrechtsverletzungen und täglichen Krisennachrichten nicht in Hilflosigkeit verfallen? Mit dieser Frage beschäftigte sich der European Monday vom 08.06.2026, der diesmal im Sägewerk in der Heinrichstraße stattfand.

Zu Gast war Dominik List, Gruppensprecher der Amnesty-Gruppe Graz und ehrenamtlich bei Amnesty International Österreich aktiv. Unterstützt wurde er an diesem Abend von zwei erfahrenen Amnesty-Mitgliedern, was ein Novum beim European Monday war. Dadurch wurde der Abend nicht nur zu einer Vorstellung von Amnesty International, sondern auch zu einem persönlichen Einblick in die Arbeit von Menschen, die sich seit Jahren für Menschenrechte einsetzen.

Die drei Vortragenden erzählten, wie Amnesty International entstanden ist, wie die Organisation heute arbeitet und wie aus einzelnen Briefen, Petitionen, Recherchen und Kampagnen konkreter Druck entstehen kann. Besonders eindrücklich waren Beispiele, bei denen politische Gefangene durch den Einsatz von Amnesty und vieler Unterstützerinnen und Unterstützer freigekommen sind. Solche Geschichten machten sichtbar, dass Menschenrechtsarbeit zwar oft langwierig ist, aber tatsächlich Wirkung haben kann.

Neben dem historischen Hintergrund wurde auch der operative Teil der Amnesty-Arbeit greifbar gemacht. Es ging darum, wie Aktionen vorbereitet werden, wie lokale Gruppen arbeiten, welche Rolle Menschenrechtsbildung spielt und wie man selbst aktiv werden kann. Persönliche Anekdoten aus der Arbeit der Vortragenden sorgten dafür, dass die Organisation nicht abstrakt blieb, sondern als lebendige Bewegung erfahrbar wurde.

Nach der Präsentation wurde der Abend interaktiv. Ein gemeinsames Spiel und ein Quiz boten die Möglichkeit, Amnesty International, Menschenrechtsthemen und konkrete Formen des Engagements auf lockere Weise kennenzulernen. Gerade dieser spielerische Zugang machte den Abend abwechslungsreich und senkte die Hemmschwelle, Fragen zu stellen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Am Ende blieb die zentrale Botschaft, dass man angesichts großer Krisen nicht alles lösen muss, um trotzdem etwas bewirken zu können. Ein Brief, eine Unterschrift, eine Aktion oder das Weitergeben von Informationen können Teil eines größeren Einsatzes für Menschenrechte sein.

Vielen Dank an Dominik List und die beiden erfahrenen Amnesty-Mitglieder für die spannenden Einblicke, die persönlichen Geschichten und die interaktive Gestaltung des Abends. Danke auch an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmern für das Interesse und den Austausch!

This project is co-funded by Erasmus+ and Land Steiermark.

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