Im Vorfeld der Grazer Gemeinderatswahl lud die WIPOL Steiermark gemeinsam mit JEF Steiermark, dem Steirischen Landesjugendbeirat und dem Europahaus Graz zu einer Podiumsdiskussion ein. Ziel des Abends war es, mit den Jungkandidat:innen über verschiedene Themen rund um Graz zu debattieren und ihnen die Gelegenheit zu geben, ihre Positionen einem interessierten Publikum vorzustellen.
Am Podium vertreten waren Simon Riedl (KPÖ), Tristan Ammerer (Grüne), Sebastian Hörzer (SPÖ), Oliver Höller (NEOS), Frédéric Schramm (ÖVP), Michael Winter (KFG) und Elisabeth Graf (FPÖ). Dank gebührt Raffael Reithofer, der die Moderation übernahm.
Zu Beginn drehte sich die Debatte um die großen Infrastruktur- und Kulturprojekte der Stadt. Diskutiert wurde, ob die Kandidat daran glauben, dass der geplante S-Bahn-Tunnel in Graz tatsächlich realisiert wird – und ob unter der jetzigen Stadtregierung Vorzeigeprojekte wie das Kunsthaus oder die Murinsel überhaupt entstanden wären. Daran knüpften sich grundsätzliche Fragen an: Braucht Graz solche „Leuchtturmprojekte“? Was könnte man konkret tun, um die Verkehrswende in der Stadt zu beschleunigen? Hier zeigten sich erwartungsgemäß deutliche Unterschiede zwischen den Parteien – von klaren Bekenntnissen zu Großprojekten bis hin zu kritischen Stimmen, die eher auf das Verhältnis von Kosten und Nutzen verwiesen.
Besonders intensiv und teilweise hitzig wurde über den möglichen Ankauf der Ruine Gösting als Naherholungsgebiet durch die Stadt Graz diskutiert. Während die einen den Mehrwert für die Bevölkerung betonten, stellten andere die Frage, ob das dafür vorgesehene Geld nicht sinnvoller eingesetzt werden könnte. Als Gegenbeispiel wurde die Müllverbrennungsanlage genannt, die in der Puchstraße um rund 250 Millionen Euro errichtet werden soll, was wiederum eine eigene kontroverse Debatte über städtische Prioritäten und Budgetentscheidungen auslöste.
Zum Abschluss bat der Moderator die Kandidat:innen, persönlich Stellung zu beziehen: Was bedeutet die Stadt Graz für jede und jeden Einzelnen ganz konkret? Die Antworten fielen ebenso vielfältig wie persönlich aus: Für die einen ist Graz vor allem Lebensraum und Heimat, für andere ein Ort der Begegnung, der Bildung oder der politischen Gestaltung. Gerade diese abschließende Runde verlieh dem Abend eine menschliche Note und machte deutlich, dass hinter den politischen Positionen auch ganz individuelle Beweggründe stehen.
Die ein oder andere politische Diskussion setzte sich auch im Nachklang bei Getränken und dem Buffet fort, das durch die finanzielle Unterstützung der Europäischen Union im Rahmen von Erasmus+ ermöglicht wurde.
Bericht von Jakob Kepplinger | Foto von Karl Reimer
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