Internationaler Frauentag - JEFDer Weltfrauentag zeigt auf, was häufig unsichtbar bleibt. Die Europäische Föderalistische Bewegung (EFB) und die Jungen Europäischen Föderalisten (JEF) machen es sich zur Aufgabe, Europäerinnen vorzustellen, deren Leben und Wirken im Schatten von Männern häufig vergessen wurde. Der Auftakt einer Porträtserie.

Wer heute die EU-Kommission in eine Online-Suchmaschine eingibt, wird in Sekundenschnelle in das geschäftig wirkende Gesicht von Ursula Von der Leyen blicken – in das Gesicht der ersten weiblichen Kommissionspräsidentin. Dass die deutsche Politikerin als eine der hundert einflussreichsten Personen weltweit gilt, ist beeindruckend – dass eine Frau Kommissionspräsidentin wurde, ist zweifellos ermutigend. Doch von der Leyens Amt ist genauso wenig ein Beweis für die vollendete Gleichstellung zwischen Mann und Frau in der EU, wie dies Merkels Kanzlerschaft war oder jemals hätte sein können.

Wahr ist, einzelne Frauen in der Politik keine „Game Changer“ für umfassende Gleichstellung sind – wahr ist, unter den Gründungsverträgen dominieren die Namen von Männern, obwohl sich schon früh auch zahlreiche Frauen für die Überwindung von Grenzen und die Einigung Europas eingesetzt haben. Wahr ist, dass diese Gründungsmütter Europas unsere Leuchttürme sein können – der Beweis dafür, dass auch im ungemütlichsten Fahrwasser ein Weg zum Ziel führt, dass auch innerhalb von verkrusteten Strukturen und ungleichen Machtverhältnissen kleine Änderungen möglich sind, die irgendwann zu großen Änderungen werden können. Wahr ist, dass diese Vorreiterinnen der europäischen Einigung unseren Respekt verdienen – es verdienen, nicht vergessen zu werden. Mehr noch, ihre Lebensgeschichten können Frauen in Politik und Gesellschaft ermutigen, es ihnen gleich zu tun.

In einer umfassenden Serie von Postings auf den Webseiten und in den Sozialen Medien werden die EFB und die JEF beeindruckende Gründungsmütter Europas vorstellen. Unter den porträtierten Frauen finden sich Simone Veil Jacob, die erste Präsidentin des Europäischen Parlaments, Louise Weiss, eine Vordenkerin der europäischen Einigung und die erste Alterspräsidentin des Europäischen Parlaments. Ebenso vorgestellt werden Sofia Corradi, die „Mutter“ des Erasmus-Programms, Ursula Hirschmann, eine glühende und wegweisende Föderalistin sowie weitere bedeutende Europäerinnen und Frauen aus Österreich und der Steiermark, die sich früher und heute für die Verwirklichung der europäischen Idee engagiert haben bzw. engagieren. Begonnen wird 2021 in der Woche des Weltfrauentags, welcher jährlich am 8. März gefeiert wird, mit der Vorstellung von jeweils einer Frau aus der EFB und der JEF, die proeuropäische Organisationen schon seit Jahren unterstützen.

Auf dass die Frauen in der EU ihren Platz am Tisch bekommen – und ihr Wirken sichtbar wird!